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Die 3 Wege, den Wohnstress zu beseitigen

Das zentrale Wohnbedürfnis ist es, in einer vertrauten Umgebung zur Ruhe zu kommen und sich zu regenerieren. In einer Zeit der medialen und sonstigen Reizüberflutung, wird dies immer wichtiger. 91% aller Menschen geben an, dass dieser Aspekt für sie wesentlich ist. „Die 3 Wege den Wohnstress zu beseitigen“ helfen Dir, diese Stressoren zu erkennen und zu entschärfen. Wohnstresse sind also für beinahe alle Menschen ein Thema. Wir alle wollen wenn möglich Wohnstress beseitigen.  Besonders relevant ist es jedoch für alle Hochsensiblen. Wenn Du Dich selbst als hochsensibel einschätzt, hat das Gesagte noch mehr Relevanz.

Paradox ist, dass es gerade Modetrends sind, also das, was uns aktuell gut gefällt und was dem Zeitgeist entspricht, die zu Stress führen. Dieser Punkt erscheint immer wieder in meinen Artikeln, weil es für Dich als Wohnende/r entscheidend ist, wo Deine Bedürfnisse liegen. Besteht ein Widerspruch zwischen einer „trendigen Gestaltung“ und den eigenen Bedürfnissen, erleben wir dies als Unbehagen, das oft nicht klar einzuordnen ist.

Wie Wohnstress entsteht

Wohnstress entsteht also, wenn wir auf Modetrends achten, anstatt auf unsere Bedürfnisse.

Wohnstress entsteht aber auch, wenn sich die Raumaufteilung und Gestaltung mit den Notwendigkeiten des Alltags widerspricht. Besonders wichtig ist dieser Punkt für Familien, wo die Bedürfnisse mehrerer Menschen unter einen Hut bzw. unter ein Dach gebracht werden sollen. Mit den Notwendigkeiten des Alltags sprechen wir sehr stark die Funktionalität an.

Wohnstress entsteht andererseits, wenn wir das Gefühl haben, die Wohnung entspricht nicht uns selbst, wir sehen uns nicht in der Wohnung, weil sie in verschiedenen Aspekten nicht unsere Identität widerspiegelt.

Für Hochsensible ist ein weiterer Punkt entscheidend, nämlich der Wohnstress durch Reizüberflutung. Damit ist alles gemeint, was zu viele Reize mit sich bringt. Ein Beispiel ist die schlechte Akustik. Wenn der Schall von gesprochenen Worten durch die Oberflächen (vor allem harte Oberflächen) zurück geworfen wird, entsteht das Phänomen des Widerhalles. Wir hören dann gleichzeitig das gesprochene Wort und das Echo. Diese Reize sind dann schwer auseinander zu halten und es entsteht Stress. Lärmempfindlichkeit ist ein Punkt an dem man Hochsensibilität erkennt. Trifft das für Dich zu, so empfehle ich Dir, Deine Wohnung nach Hörstress (schlechte Akustik) abzuchecken. Dazu brauchst Du keine Geräte, sondern nur einen Partner, der mit Dir ein Gespräch führt.

3 Wege gegen den Wohnstress

Aus dem bereits Gesagten ergeben sich 3 Möglichkeiten, wie man die Wohnung optimieren und damit auch den Wohnstress beseitigen kann. Es sind 3 Wege, die Du nicht alle verfolgen musst, um an das Ziel zu gelangen, die sich jedoch auch sinnvoll ergänzen können.

 

·         Weg 1   jeder Raum hat seine Funktion

·         Weg 2   ich wohne wie ich bin

·         Weg 3   den eigenen Behaglichkeitsbereich entdecken

 

Diese 3 Wege entsprechen unterschiedlichen Persönlichkeitstypen bzw. Sichtweisen. Der Weg 1 wird für Dich der Richtige sein, wenn Du das Wohnen als Funktion betrachtest und Räume, dieser Funktion dienen sollen. Weg 2 entspricht Dir, wenn Du das Wohnen als Symbol betrachtest, wenn die Dinge des Wohnens für Dich dazu da sind, auszudrücken, wie und wer Du bist. Weg 3 wird der richtige sein, wenn Deine Stimmung durch Umwelteinflüsse stark beeinflusst wird, wenn Du sehr stark in Resonanz mit Deiner Umgebung gehst.

Hier werde ich in Folge diese 3 Wege kurz skizzieren.

Weg 1  –  der Raum und seine Funktion

Hier lautet die zentrale Frage, wozu ein Raum dienen soll, welche Funktion er erfüllen soll. Häufig wird jedoch übersehen, dass dies nicht nur bedeutet, dass man in einem Raum bestimmte Tätigkeiten ausführen kann, sondern vor allem auch bedeutet, dass ein Raum uns in eine bestimmte Stimmung bringen soll. Um Stressfaktoren zu erkennen, kannst Du Dir folgende Fragen stellen:

·         Was möchte ich in diesem Raum machen, und ist das möglich?

·         Wie möchte ich mich in dem Raum fühlen?

·         Welche Stimmung will ich in diesem Raum erleben?

Mit diesen Fragen wirst Du erkennen, ob ein bestimmter Raum zu Deinen Bedürfnissen passt. Ein Raum funktioniert für Dich persönlich dann, wenn er das erfüllt, was Du Dir wünscht. Stimmt dies nicht überein, dann wird der Raum für Dich Stress erzeugen. Wohnstress beseitigen wir, indem wir die Funktion der Räume unseren Bedürfnissen anpassen. Mehr dazu findest Du im Artikel „Bedürfnisse brauchen Raum“.

Weg 2  –  der Raum und seine Symbolik

Betrachten wir Raumgestaltung als Symbol, dann bringen wir mit dem Raum etwas zum Ausdruck, wir stellen etwas dar. Meist wollen wir ausdrücken, wie wir selbst sind. Der Raum wird also zum Symbol für unsere Identität. Schaffen wir es, den Raum als Spiegel des eigenen Selbst zu gestalten, so stärken wir uns selbst. Durch den Raum wird dann immer wieder Kraft zu uns zurück fließen. Um dies zu erreichen, kannst Du Dir folgende Fragen stellen:

·         Was sind meine wesentlichen Persönlichkeitszüge, und wie kann ich diese im Raum ausdrücken?

·         Symbolisiert ein bestimmter Raum eher negative Seiten von mir, die ich loslassen will?

·         Stärkt dieser Raum die positiven Seiten von mir, ist der Raum also so, wie ich mich sehen will?

Mit diesen Fragen gehst Du eine Stufe tiefer in der wohnpsychologischen Auseinandersetzung mit Deinen Räumen. Bestehen Widersprüche zwischen dem Raum und Deinem Bild von Dir, entsteht eine andere Form von Stress, der sich nicht so deutliche zeigt, der aber laufend auf Dich wirkt. Der Raum sagt Dir dann: „Du bist nicht so wie Du es Dir wünscht“! Lassen wir uns auf die symbolische Ebene der Raumgestaltung ein, so können wir tiefgreifende Veränderungen in uns anstoßen. Wohnstress beseitigen wir, indem wir die Aussagekraft des Raumes unserer Person anpassen.

Weg 3  –  der Raum und seine Ausstrahlung

Der dritte Weg Räume zu betrachten ist es, auf die atmosphärische Wirkung oder auf die Ausstrahlung zu achten. Dies sind jedoch keine „esoterischen“ Begriffe, sondern fast durchwegs physiologische bzw. biologische Wirkungen, wie z.B. Rot bewirkt Erregung und Aktivierung, warmes Licht entspannt und beruhigt. Wir drücken diese Wirkung also in psychologischen Begriffen aus, die wir mit dem Begriff  „Atmosphäre“ zusammen fassen können. Wir vertiefen damit also die emotionale Funktion eines Raumes aus dem Weg 1. Wir gehen hier ins Detail und fragen uns:

·         Ist die Licht- und Farbqualität so, wie es der gewünschten Wirkung entspricht?

·         Ist der optische Eindruck insgesamt so, dass für mich eine positive Ausstrahlung entsteht?

·         Ist die Klangqualität (Akustik) so, dass ich mich hier wohl fühle?

Du merkst also, Dein Empfinden wird hier zum Gradmesser für die Beurteilung von Raumatmosphäre. Trotzdem ist es hilfreich, auf allgemein gültige Zusammenhänge zurück zu greifen. Lärm und schlechte Akustik sind allgemein belastend. Wie wir dies ausgleichen können, hängt  sehr stark vom persönlichen Empfinden ab. Wohnstress beseitigen wir, indem wir die Atmosphäre des Raumes an unser Empfinden anpassen. Anregungen für eine stressfreie Gestaltung findest Du in den Artikeln „Wohnen macht gesund“ und „Die Heilkraft der Natur“.

Wohnstress beseitigen

Die 3 Wege sind drei verschiedene Sichtweisen, wie wir uns dem Thema nähern können, und sie werden meist auch ineinander übergehen. Wesentlich ist es, einen Zugang zu finden, um über die eigenen Wohnräume nachzudenken. In meinem Blog gibt es zahlreiche Artikel, die sich verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten widmen. Das Thema Wohnstress habe ich auch auf anderen Webseiten bereits behandelt:

„Die 4 Strategien gegen den Wohnstress“ findest Du auf meinem Blog zum Thema „Planen und Wohnen“, und der Artikel „Versteckte Wohnstresse beseitigen“ wird demnächst veröffentlicht. In diesen beiden Artikeln gehe ich detaillierter auf Lösungen ein.

Das war es für dieses Mal zum Thema „Wohnen und Wohnstress“.

Viel Freude beim Gestalten wünscht Herbert Reichl

2 Kommentare
  1. Heidrun
    Heidrun says:

    Meine Wohnung entspricht so gar nicht den Maßstäben vieler anderer, was mich bis heute noch verunsichern konnte.
    Dank dieses Artikels konnte ich entdecken, daß sie genau meinem Wesen entspricht und ich zu Recht glücklich mit ihr bin.
    Tausend Dank dafür !!!

    Antworten
    • Herbert Reichl
      Herbert Reichl says:

      Hallo Heidrun!
      Danke für die schöne Rückmeldung. Ja, ich denke auch, dass man sich viel zu leicht verunsichern lässt von der Meinung anderer, und überhaupt vom Zeitgeist usw. Aber wir alle spüren, was uns gut tut und brauchen dies nur zu registrieren.
      liebe Grüße Herbert Reichl

      Antworten

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